AB NACH SEATTLE - EINE NEUE TOUR MIT DEM GREYHOUND BUS

Eine tatsächlich extrem schwierige Entscheidung, wohin geht es nach Vancouver. Eigentlich wäre ich bereit für den Strand - doch entschieden habe ich mich für Seattle und schon geht es auf die Reise - ein weiterer Trip mit dem Greyhound Bus von Kanada nach USA.

3,5 Tage Vancouver, waren für mich mehr als genug und so fiel es mir heute nicht einmal schwer, den Rucksack ein weiteres mal zu packen und mich auf den Weg nach Seattle zu machen. Eine Stadt, die mir auch noch fremd ist, aber nur besser sein kann – in meinen Augen.

 

 

 

Freitag 8 AM, mein letztes Frühstück im Hostel, noch ein kleiner Rundgang und schon starte ich – bepackt mit meinen 7 Sachen – los, Richtung Bus. Ein Taxi zu nehmen, wäre mal wieder einfacher gewesen, doch ich weiß ja mittlerweile, welchen Bus ich brauche – die 19 zur Central Station.

Am Bahnhof holte ich mir meinen Gepäckanhänger am Greyhound Schalter – hatte ein nettes Gespräch mit dem Herren hinter Glas, der im Fragen, ob ich ein Gepäckstück hätte, auf meinen Rücken blickte und meinte – oh ja – das Kleine :)

Noch eine kleine, herzliche Unterhaltung mit einer ganz lieben Frau, aus Toronto geführt, die es kaum erwarten konnte, wieder nach Hause zu kommen. Ihre Ansicht über Vancouver war meiner tatsächlich sehr ähnlich. Beim Verabschieden wünschte sie mir weiterhin noch eine tolle und sichere Reise und ich sollte mein Lächeln und die Lebensfreude, die ich ausstrahle nicht verlieren. Es sei wunderschön und sehr ansteckend. Ja, eine Dame aus Toronto eben, herzlich und liebevoll.

 

Kurz darauf riefen sie dann auch schon zur Taschenkontrolle auf. Die sind da echt strenger als am Flughafen ;)

 

Gate 14 – Der Bus war pünktlich, die Sachen schnell verpackt und mit nur 11 Mitreisenden im Bus, hatte ich mal wieder freie Platzwahl, wobei es bei nur knapp 5 Stunden Fahrt, nicht wirklich so wichtig war.

 

Leider hatte ich mal wieder einen Bus erwischt, der trotz angaben bei der Buchung, keine Steckdosen an den Sitzen bereitstellte und so war es mir nicht möglich, die Zeit zu nutzen um zu Schreiben. Das Tablet war leider nicht geladen.

 

Ich weiß gar nicht, wie lange wir unterwegs waren, bis wir die Grenze nach USA erreichten und glaube mir, bis zu dem Zeitpunkt machte ich mir noch nicht einmal Gedanken darüber, wie der Grenzübertritt im Bus denn eigentlich von statten geht haha doch das möchte ich dir natürlich NICHT vorenthalten :)

 

ALSO:

 

Angekommen am Zoll Irgendwo im Nirgendwo – tatsächlich weiß ich nicht, wo wir waren. Alle Gepäckstücke raus aus dem Bus, die die einige „vergessen“ hatten, wurden ihnen nachgetragen :) und dann ging es los.

 

 

 

3 Busse voller Menschen, ein Schalter geöffnet und ich konnte schon während des Wartens sehen, dass dieser Zöllner nicht seinen Tag hatte.

 

 

 

Die 2 Jungs vor mir, beides Backpacker, die schon etwas länger unterwegs waren – was man ihnen auch ansah :) hatten sichtlich Probleme am Zoll und ich dachte nur – oh mein Gott, gönne dir doch kurz einen Kaffee und lass deinen Kollegen an den Schalter :)

 

Daraus wurde nichts. Susie sorglos trat also mit einem breiten, freundlichen Lächeln an den Schalter und sagte mal fröhlich HALLO. Das Guten Morgen, hätte er sich sparen können, der Blick allein dazu, sp sprach schon 1000 Worte. Das war wohl nichts, doch das jetzt ging es eigentlich erst richtig los.

 

 

DAS VERHÖR

 

Bad black monday - der freundlich, gut gelaunte USA Zöllner.... 15 min Diskussion, ausgefragt wie bei einem Verhör.

 

Los ging es mit der Frage, wo ich gerade herkomme – HALLO? Ich hatte schon Istanbul auf den Lippen, doch bei dem Gesichtsausdruck gegenüber, war hier mit Scherzen nicht viel zu machen.

 

Ich beantwortete also freundlich und mit einem lächeln im Gesicht, alle seine Fragen, was wirklich nicht wenige waren und von Freundlichkeit keine Spur zu sehen war.

 

Woher ich also komme

 

Wie lange ich dort war und warum

 

Ob ich dort jemanden kannte oder einen Job hatte.

 

Wohin ich in den USA reise, wie lange und warum

 

Ob ich in den USA jemanden kenne oder dort arbeiten möchte

 

Ob ich schon mal in den USA war und warum ich SCHON WIEDER einreise (nach 7 Jahren wohlgemerkt)

 

Wo ich in den USA war

 

Warum ich nochmal nach San Francisco gehe, fragte er mich zwischendurch bestimmt 4x und auch, ob ich dort tatsächlich NICHT arbeiten möchte oder gar dort bleiben will.

 

Ich dachte immer wieder nur.... gaaaaaaaaanz ruhig Susie und immer schön freundlich bleiben – was mir teilweise echt nicht so wirklich leicht gefallen ist.

 

 

WEITER IM VERHÖR

 

Wie viel Bargeld ich bei mir hätte – wie viel auf meiner Kreditkarte ist

 

Ob ich Drogen bei mir habe – auf mein NEIN, natürlich nicht, meinte er -  TATSÄCHLICH???

 

... innerlich kochte ich bereits...

 

aber dann ging es erst richtig los haha

 

Wie lange ich bleibe, wollte er erneut wissen und wohin ich als nächstes reise – ob ich fliege oder das Land per Bus verlasse.

 

 

Gute Frage junger Mann, ich hatte doch keinen Plan und so sagte ich es ihm auch. Ich plane ein paar Wochen in den USA und reise dann Richtung Mittelamerika oder Asien weiter... ich weiß es noch nicht.

 

 

 

Wo mein Ticket ist.

 

Hallo? Hörte er mir eigentlich zu?

 

 

 

Ich sagte ihm – natürlich wieder unendlich freundlich – dass ich kein Ticket habe, da ich ja noch nicht weiß, in welche Richtung ich weiterziehen werde.

 

Oh Oh das war die falsche Antwort...

 

 

Er meinte mir erklären zu müssen, dass das hier gar nicht gerne gesehen wird – eigentlich sehr viel deutlicher, mit den Worten – das mag ICH überhaupt nicht.

 

Es MUSS ein Weiterreise Ticket vorliegen und er hätte jetzt gute Lust, mir die Einreise zu verweigern und mich zurückzuschicken – wie auch schon die beiden vor mir – ob ich denn mit den Jungs reise, war dann schon die nächste Frage. Die beiden hatte ich bis zum einsteigen in den Bus noch nicht mal getroffen....

 

War ihm egal.

 

Er erhob die Stimme, wurde immer lauter und unfreundlicher und meinte dann zur Krönung dieses Gespräches, ICH und die beiden vor mir hätten ihm heute schon wieder den Tag versaut hahaaaaaaaaaa ich dachte ich steh im Wald.

 

Gut nur, dass einer seiner Kollegen das mitbekam, mich freundlich fragte, ob alles okay sei, seinem Kollegen nur einen Blick zuwarf und meinte – du solltest dir eine Tasse Kaffee holen – was er tatsächlich wortlos machte. Mein stilles Gebet wurde also erhört :)

 

Bis dahin dauerte das ganze Verhör schon geschlagene 15 Minuten. UNGLAUBLICH !!!

 

Noch 2, 3 freundliche Fragen des Kollegen und ich DURFTE einreisen. Er entschuldigte sich für das Verhalten, meinte ich müsste noch 6 Dollar zahlen – für was auch immer, habe ich nicht mehr gefragt – und "schon" war ich durch.

 

Ich hab je echt schon viel erlebt, bin ja auch immer die, die raus gezogen wird, aber das heute, war die Krönung. Hier hätte nur noch der Lügendetektor gefehlt hahaha

 

Ich finde es so eine Frechheit, was man sich gefallen lassen muss. Zudem ich gar nicht verpflichtet bin, ein Weiterreise Ticket vorzulegen – nicht in USA. Soweit war ich natürlich informiert. Umso mehr musste ich mich über den Kerl aufregen und dann noch die Tatsache, dass man echt freundlich bleiben muss, denn andernfalls hätte er mich am Ende noch zurückgeschickt.

 

Ich muss zugeben, ich brauchte eine Zeit, bis ich mich innerlich wieder beruhigte :)

 

WILLKOMMEN IN DEN USA

 

Die Weiterfahrt war dann wieder ok, ich chattete ein wenig, lies mich über den Trottel aus, kam wieder runter, döste ein wenig vor mich hin und genoss weiter, entspannt die Fahrt.

 

Fotografieren konnte nicht wirklich viel, die Kamera zeigte nur noch einen Strich – wollte ich ja im Bus laden, was fehl schlug – und das was ich noch hatte, hob ich mir für die Ankunft in Seattle auf.

 

Irgendwann waren wir am Wasser – Links und rechts Boote zu sehen, eine Insel vorgelagert und ich dachte mir noch, das ist ja auch ein schönes Plätzchen, bis ich dann auch schon die Stadt im Hintergrund sah und den Tower von Seattle.

 

Es folgte ein breites Grinsen und mein erster Gedanke war – Ja, diese Stadt mag ich.....

 

Gegen 16 Uhr, pünktlich an der Greyhound Station angekommen, Taxi und ab ins Hostel. Ja ich weiß, die Busstation und auch die Bahnstation ist gleich nebenan, aber ich hatte mal wieder keine Lust, mich durch zu fragen, da mittlerweile auch mein Handy “tot” war und ich keine Infos hatte, mit welcher Linie ich Richtung Hostel komme.

 

 

 

Fragte also am Schalter im Greyhound, ob sie mir vielleicht ein Taxi rufen würden. Der nette Herr fragte noch wie ich heiße und griff schon zum Hörer, als seine weniger freundliche Kollegin meinte, nö das machen sie grundsätzlich nicht. OKAY dann warte ich eben draußen, bis eins kommt :)

 

Bedankte mich für die Freundlichkeit und ging.

 

 

 

Während ich wartete, kam ich mit einem jungen Kerl ins Gespräch. Er kam aus Miami und verbrachte gerade 10 Tage in Seattle. Leider hatte der den Eindruck der Stadt, den ich von Vancouver hatte. Dreckig, unfreundlich und sehr viele Obdachlose. Oh, oh, das war jetzt nicht wirklich das, was ich hören wollte, was ich aber auch ganz schnell wieder vergessen wollte, denn meinen ersten Eindruck hatte ich bereits im Kopf – ICH mag die Stadt.

 

Es dauerte nicht lange, bis ein Gast mit dem Taxi vor fuhr und ich die Gelegenheit natürlich nutze, um mir das Taxi zu sichern. Verabschiedete mich von Conner und stieg ein.

 

Während ich einstieg, fuhr ein zweites Taxi auf den Hof, hielt neben uns an und fragte ob ich Susie bin. Hatte der nette Herr am Schalter doch ein Taxi gerufen. Ja zu dumm.... Die Fahrer unterhielten sich auf Afrikanisch – hab nicht wirklich verstanden, um was es ging. Aber einigten sich wohl darauf, dass ich im Taxi sitzen bleibe. Ich entschuldigte mich bei dem anderen Fahrer und wir starteten Richtung Hostel.

 

 

 

Kurze, nette Fahrt, ich erfuhr die halbe Lebensgeschichte meines Fahrers und bekam nebenbei noch eine kleine Stadtführung und erklärt, wo wir gerade sind, was es hier zu sehen gibt und auch, was man in Seattle gesehen haben muss..... Also all die Touri Punkte, die ich mit Sicherheit nicht ansteuern werde :)

 

Angekommen

 

Das Hostel lag mal wieder bestens. Direkt am Market – 3 Min zum Wasser und Ecke 1st Ave. Mit sämtlichen Einkaufsmöglichkeiten, Bars und allem, was das Herz begehren könnte, in den nächsten Tagen.

 

Im 1. Stock das Hostel. Freundlich empfangen – eingecheckt und gleich mal upgedatet – ich wollte dieses mal kein Bett oben, da ich mich wohl gerade in der 12. Woche nach meiner Schleimbeutelentzündung befand und ich echte Probleme mit der Schulter hatte.

 

Kurz erklärt, was es es auf sich hat mit der 12. Woche :)

 

Mein Doc spritzte mich, als ich solche Schmerzen in der Schulter hatte – ich war glücklich, nach wenigen Stunden schon schmerzfrei gewesen zu sein. Nach 3 Wochen Nachuntersuchung erzählte er mir allerdings, ja, das hält jetzt so 8-12 Wochen und in der Zeit sollte sich er Schleimbeutel beruhigen....

 

Hat er also wohl nicht ganz, doch die Schmerzen waren auszuhalten, nur rauf wollte ich diesmal trotzdem nicht :)

 

Ich bekam also ein Kingsize Bett für mich alleine, für nur 4 Dollar Aufpreis pro Nacht, ja was will ich mehr :)

 

Ich fühlte mich gut, schmiss die Sachen rein und machte mich auf, Richtung Wasser....

 

WILLKOMMEN IN SEATTLE !!

 

Wie ich diese Stadt erlebte und ob mich mein erster Eindruck täuschte, erzähle ich dir im nächsten Blog.

 

Bleib dran und sei gespannt – ich war es auch

 

 

Deine Susie

 

 

PS: Schön, dass du da bist


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